Das derzeitige Piura

 

Die Unwetterzeit des ,,Nino Costero“, welche in Piura und in ganz Nordperu wütete, ist nun bereits drei Monate her. Die Folgen sind jedoch noch deutlich spürbar, was zum Beispiel den Gesundheitszustand der Menschen oder die Infrastruktur betrifft. Kaputte Straßen, Stau wegen Baustellen und zahlreiche Krankheitsfälle sind seit der Regenzeit hier Alltag.

Die Preise für Obst, Gemüse und andere Marktprodukte sind allerdings wieder bedeutend gesunken.

 

Auch mein Arbeitsalltag zeigt Veränderung: Während ich die ersten sieben Monate jeden Vormittag als Küchenhilfe in Manitos Trabajando tätig war, bin ich nun vormittags abwechselnd in verschiedenen Bereichen wie dem der Freizeit, der Küche und der Duschräume eingeteilt. Dabei ist meine Aufgabe die Partizipanten Canats (Kinder im Alter von 7-14 Jahren), welche gerade aus der Schule kommen, dazu zu bringen sich zu duschen, um dann essen und danach in den Freizeitbereich gehen zu können. Die Schwierigkeit dabei liegt darin, jedes Kind dazu zu bewegen, sich zügig und friedlich zu duschen, ohne Prügeleien und mit einer sauber hinterlassenen Dusche. Obwohl es den Kindern besonders im momentan vorherrschenden peruanischen Winter überhaupt gar nicht gefällt sich zu duschen, ist diese Regel dennoch sehr wichtig, da viele der Kinder Zuhause nicht lernen oder nicht die Möglichkeit haben, sich täglich ihren ganzen Körper zu waschen.

Ähnlich sieht mein Aufgabenbereich auch in den anderen Bereichen aus: Ich begleite die Kinder im Essens- oder Freizeitbereich und achte ich einfach darauf, dass Regeln eingehalten werden und gerecht miteinander umgegangen wird.

Diese Tätigkeiten machen mir wirklich Spaß, weil ich so die Kinder noch viel besser kennenlerne, als in den ersten sieben Monaten in der Küche und auch mehr von ihnen lernen kann.

Ich habe außerdem das Gefühl, dass sich, seitdem ich mehr Zeit mit den Kindern dort verbringe, meine Spanischkenntnisse noch mal verbessert haben.

 

Exposición Arte Infantil ,, La Lluvia En La Mirada De Los Ninos“

 

So nennt sich das Projekt, das peruanische Künstler kurz nach der Regenzeit ins Leben gerufen haben. Es geht dabei darum, dass Kinder ihre Impressionen und Gefühle, die der ununterbrochene Regen und die Überflutung des Flusses in Piura in ihnen verursacht hat, malerisch auf Papier zu bringen.

Dafür besuchte eine kleine Gruppe von Künstlern verschiedene Institutionen für Kinder aus finanziell armen Verhältnissen, darunter auch die Ludotecas von CANAT. Die Künstler brachten tolle Materialien zum zeichnen und tuschen auf gutem Papier mit, womit den Kindern das Malen spürbar Spaß machte.

 

Richtig interessante und tolle Bilder kamen am Ende dabei heraus, welche einige Wochen nach der Aktivität in einem Museum Piuras ausgestellt wurden. Die Kinder waren ganz begeistert, ihre eigenen Bilder in der Exposition wiederzufinden!

Mein 19. Geburtstag – peruanisch gefeiert!

 

In Perú ist der Tag der Geburt von ganz großer Bedeutung. Deshalb wird dieser Tag meist auch doll gefeiert.

Nacht eigenen Erfahrungen an meinem Geburtstag am 20. Juni, kann ich folgende Geburtstagstraditionen auflisten:

 

  • es wird einem ein Ei über dem Kopf zerschlagen (oder auch direkt auf den Kopf gehauen) und darüber wird Mehl geschüttet.

  • Wenn man eine Torte geschenkt bekommt, muss man erstmal die Kerzen auspusten und sich dabei etwas wünschen (wie auch in DE). Daraufhin fängt irgendjemand aus der Gruppe an, das Geburtstagskind wie folgt anzufeuern, bis sich dieser Person alle anschließen: „Mordida, mordida, MORDIDA!!!“, was soviel heißt wie ,,Rein beißen, rein beißen, REIN BEIßEN!!!“ Und dann beißt man halt in die Torte, weil die Gruppe einen förmlich dazu zwingt. Und die Person, die in diesem Moment am nächsten dran ist, drückt traditionsgemäß gleich das ganze Gesicht in die Torte und alle jubeln und schießen Fotos.

  • Meistens wird auch eine Fiesta für einen organisiert, auf der man alle Gäste auf Essen, Trinken und Süßes einlädt. Auf einer Geburtstagsfiesta muss die Musik so laut aufgedreht werden, dass das ganze Stadtviertel etwas davon hat und wenn nicht ordentlich viel getanzt wird, darf man das ganze sowieso nicht ,,Fiesta“ nennen. Das Geburtstagskind tanzt auch meist vor allen in der Mitte.

  • Auf der Geburtstagsfeier darf außerdem die Pinata nicht fehlen, die vom Geburtstagskind mit Stock und verbundenen Augen zerschlagen wird. Die Süßigkeiten, bei Kindern auch Spielsachen und bei Erwachsenen beispielsweise Zigaretten, die herausfallen, werden von allen Gästen schnell eingesammelt und gegessen oder mit nach Hause genommen.

  • Allein im Zentrum zu tanzen, während man immer wieder von anderen beobachtet wird, kann ganz schön unangenehm sein. Auch in der Ludoteca wurde ich von den Kindern besungen (natürlich von meinen Kolleginnen initiiert) und musste im Zentrum zur „Palmera“ tanzen. Der Rest klatscht und singt dazu.

 

6., 7. und 8. Monat: ,,El Nino" und seine Folgen

 

 

Ende März haben die Jesuitenmission, CANAT und wir, als die Freiwilligen, die Entscheidung getroffen, dass wir Piura erst einmal auf unbestimmte Zeit verlassen, da in Peru der nationale Notstand ausgerufen und die Situation in Piura gefährlich wurde. Für diese Zeit wurden wir in einem CANAT ähnlichen Projekt in Lima aufgenommen, welches auch von den Jesuiten gefördert wird. Die Lage im Land hat sich wieder soweit beruhigt, dass wir vor zwei Wochen nach Piura zurückkehren konnten.

 

Der Notstand wurde in Peru ausgerufen, da das Land seit Dezember des vergangenen Jahres unter den verheerenden Folgen des Wetterphänomens ,,El Nino“ zu leiden hatte bzw. hat: Die heftigen, nachts ununterbrochenen Regenfälle in der am stärksten betroffenen Region des Nordens Perus ließen ganze Flüsse übertreten (so auch den Fluss Piuras), Brücken einstürzen, Menschen und Tiere ertrinken und nun auch Plagen auftreten. Überall sieht, spürt und hört man Mücken und Grillen. Schlimmer als Grillen überall in der Wohnung und das ständige Grillengezirpe sind die Mücken, weil sie Krankheiten wie das Denguefieber übertragen, die für manch Einen tödlich sind. Es sind relativ viele Familien aus den Programmen CANATs betroffen, aber auch Arbeitskräfte des Projekts fielen aufgrund der Krankheit schon aus.

Uns “reiche” Freiwillige betrifft das Unwetter in der etwas privilegierteren Wohnung vom Vermieter Guido nicht so sehr wie die Armenviertel, wo zahlreiche Heime der Familien, mit denen wir arbeiten, vom Regen zerstört wurden und die Menschen dort nun ohne Hab und Gut da stehen. Zwar drang uns der Regen auch durch Dach und Wand in die Wohnung ein, jedoch konnten wir solch ein Problem mit aufgestellten Eimern und großen Töpfen schnell lösen.

Auch die Lebensmittelpreise haben sich verdoppelt bis verdreifacht. Ein Kilogramm Limetten, das vorher zwei Soles in Lima gekostet hat, stieg preislich auf 50 Soles; Tomaten, vorher zwei Soles, auf sieben Soles. Bestimmte Früchte und vor allem Trinkwasser wurden in den Supermärkten gar nicht mehr verkauft.

Dieser Regen hat über die drei Monate hinweg das Leben der Menschen hier vor Ort bestimmt. Wir, als die Organisation CANAT, haben die Familien unser Projektteilnehmer besucht und sie befragt, was sie am notwendigsten brauchten oder woran es mangelte. Durch Spenden und Spendenaufrufe versuchen wir die Familien zu unterstützen und sie auch finanziell etwas zu entlasten. So verbrachten wir zwei Wochen lang unsere Vormittage damit, Eimer und Tüten mit Spenden wie z.B. Lebensmittel, Kleidung, Mückenschutz, Damenbinden und Klopapier, kurz; das Notwendigste, was man zum Überleben braucht, zu bepacken. Nachmittags fuhren wir in einem Kleinbus in die am stärksten betroffenen Dörfer Piuras, um diese Spendenpakete den Menschen dort zu übergeben.

Ein großer Spendenbetrag der Jesuitenmission hat uns sogar ermöglicht, den Kindern dieser Familien Schulranzen mit Schulsachen zu füllen und den Kindern diese, pünktlich zu Schulbeginn, auszuhändigen.

Das Verteilen dieser Spenden hat uns viel Freude bereitet, da wir den Menschen die von uns zusammengestellten Pakete persönlich überreichen durften. Auf diese Weise erlebten und sahen wir mit eigenen Augen, wofür das Geld der Spenden eingesetzt wird.

 

 

 

 

 

5. Monat: Feuer in San Borja

 

Weihnachten brachte schreckliche Neuigkeiten mit sich: Am 25.12.2016 gab es einen Brand in San Borja, einem Armenviertel, das direkt neben Monica Zapata liegt. Das Feuer wurde gegen 14.30 Uhr unbeabsichtigt von Kindern entfacht, die mit Feuerwerkskörpern spielten. Nach fünfzehn Minuten konnte das Feuer von den Bewohnern mit Sand und Wasser gelöscht werden; die Feuerwehr kam erst an, als das Feuer schon fast vollständig gelöscht war. Binnen dieser fünfzehn Minuten wurden mehr als 180 Wohnhäuser niedergebrannt. Darunter auch das Zuhause von Joel, einem zwölfjährigen Jungen, der die Ludoteca von Monica Zapata regelmäßig besucht, sowie das Wohnhaus von einem Jugendlichen, der seine Ausbildung in Manitos Trabajando macht. Gott sei Dank ist niemand ums Leben gekommen. Mehrere Verletzte gab aber schon.

Die zahlreichen Familien, die ihr Zuhause verloren haben, müssen nun bei Familienmitgliedern oder Freunden unterkommen, sofern dies die Lebensumstände dieser Familien erlaubt.

Die Menschen, für die ein vorübergehendes Wohnen bei Bekannten oder Familienmitgliedern nicht möglich ist, verbringen Tag und Nacht auf der Straße, also auf dem bloßen Sandboden San Borjas. 

Einige Familien konnten sich aus den vom Brand übrig gebliebenen Materialien eine provisorische Unterkunft bauen.

Den Betroffenen San Borjas (SB) fehlt es nun an allem, also auch an Kochausrüstung und erstrecht an Lebensmitteln. Deshalb hat sich eine Dame aus SB, die nicht betroffen ist vom Brand, bereit erklärt, für die Opfer des Feuers zu kochen. CANAT und der Staat beliefern die Betroffenen über die solidarische Köchin mit Lebensmitteln.

 

Wir Freiwilligen und Gaby waren ein paar Tage später nur ca. 20 Minuten in SB, um Lebensmittel, Wasser und Kleidung zu verteilen. Nach diesen 20 Minuten waren wir schon so erschöpft von der stechenden Sonne, der Hitze und dem Durst und nur ungern stelle ich vor, wie es sein muss, diese Hitze und Sonne ohne Sonnenschutz, ausreichender Nahrung (Wasser!!!!!), Sonnenschutz und Dusche zu ertragen.

 

Viele der Familien haben Babys und kleine Kinder, denen vorher der Rauch, nun die Hitze und der Nahrungs- sowie Wassermangel noch mehr schadet, als uns Erwachsenen.

 

Der Anblick dieser Tragödie War furchtbar grausam. Wie es ist, Opfer einer solchen Tragödie zu sein und ohne NICHTS dazustehen, können wir uns gar nicht vorstellen.

 

Was mich aber positiv überrascht hat, ist der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. 

Es wird sich gegenseitig geholfen und auch mental unterstützt. Das Weitermachen, den Mut und Motivation nicht zu verlieren, ist hier eine Selbstverständlichkeit. ,,Weinen bringt uns ja nicht weiter. Manchmal bringt uns das Leben Ungerechtigkeiten.", hat uns eine Bewohnerin gesagt.

Es ist erschreckend zu sehen, wie sich das schreckliche Geschehen in den Alltag der Bewohner normalisiert.

Manche Menschen müssen mit großen Sorgen und Schwierigkeiten in das neue Jahr gehen, das dürfen wir nicht vergessen. Einen Grund zum feiern gibt es dann nicht.

 

Damit auch wir von CANAT die Betroffenen weiterhin mit Lebensmitteln, Wasser und Kleidung unterstützen können, bitte ich Euch, liebe Leserinnen und Leser, wirklich von ganzem Herzen, um jede auch noch so kleine finanzielle Unterstützung.

CANATs finanzielle Möglichkeiten werden immer knapper und diese Menschen haben das Geld auch wirklich nötiger als wir.

 

 

Hier noch einmal die Spendenkontodaten:

 

Empfänger: Jesuitenmission
IBAN: DE61 7509 0300 0005 1155 82 (Liga Bank)
BIC: GENODEF 1M05
Verwendungszweck: X38244 - Nouri Hawae

 

Vielen Dank für Eure Großzügigkeit und Euer Interesse! 

 

Ein gutes und gesundes Jahr wünsche ich Euch von Herzen,

 

Eure Nouri

 

24.12.2016: La Tortuga (die Schildkröte)

 

 

 

Heute berichte ich Euch von La Tortuga; von diesem Ort habe ich in meinem letzten Blogeitrag Fotos hochgeladen.

 

La Tortuga ist ein sehr armes Küstendörfchen, eineinhalb Stunden im Kleinbus von Piura entfernt, direkt am Pazifik gelegen, in dem es weder Leitungswasser oder eine Abflussanlage noch eine funktionierende Müllentsorgung gibt.

Das landschaftlich sehr schöne Dorf scheint etwas abgeschottet, wie eine eigene kleine Welt zu sein. Die Mehrheit der Kinder von LT hat wahrscheinlich das Dorf noch nie verlassen, kennt sich dafür allerdings bedeutend gut aus was das Meer und das Fischen betrifft. Die Kinder kennen die Gefahren, welche starke Wellen oder das Herumklettern in den Felsen an der Küste mit sich bringen.

 

Wenn man mittags in dem Kleinbus (Combi) in LT ankommt, sieht man neben den kleinen bunten hübsch aneinandergereihten Wohnhäuschen an jeder Ecke Boote stehen, die neu lackiert oder repariert werden und Fischernetze hängen, bei denen die Löcher geflickt werden. Fast alle Männer sind Fischer.

Auch das Müllproblem La Tortugas ist nicht zu übersehen. Der ganze Müll lockt Fliegen und andere Tiere an und sorgt mächtig für Gestank.

In den Straßen sieht man spielende Kinder, einige wenige Motortaxis herumfahren und Frauen durch die offenen Türen in ihren Häusern arbeiten.

Zu meinen Tätigkeiten dort zählt, mit den Kindern zu spielen, zu tanzen, zu singen und ein offenes Ohr für sie haben.

Da die Kinder von La Tortuga kaum Spielsachen zu Hause haben und immer auf der Straße spielen ist die Ludoteca etwas besonderes für die Kinder: In der Ludoteca haben sie die Möglichkeit zu malen und zu lesen (die Kinder schauen mehr die Bilder in den Büchern an als dass sie lesen) und mit Kuscheltieren und Spielsachen zu spielen.

Den Kindern von La Tortuga merkt man eine starke Meeresverbundenheit an; wenn es um freies Malen geht, werden häufig Schildkröten oder Fische gemalt.

Nach La Tortuga fahren wir mittlerweile fast jeden Samstag.

 

In den zwei Ludotecas von dem Armenvierteln am Stadtrand von Piura, Ricardo Palma und Mónica Zapata sowie in der Ludoteca von La Tortuga bin ich sehr gern, weil die Kinder einem mit so viel Liebe und Zuneigung begegnen, obwohl die meisten von ihnen kaum Liebe und Zuneigung zu Hause erfahren, da die Eltern meist den ganzen Tag arbeiten oder ihren Kindern Gewalt antun.

Weil die Kinder einem so viel geben, ist man dann plötzlich auch willig, Liebe und Zuneigung, Küsschen und Umarmungen und Trost zu geben. Ganz ohne Bedingungen, das ist etwas unglaublich wertvolles und schönes.

 

Mir ist auch aufgefallen, dass sich die Kinder von Ludoteca zu Ludoteca sehr unterschiedlich, bzw. innerhalb einer Ludoteca im Vergleich zu den anderen Ludotecas ähnlich sind.

So sind die Kinder von Mónica Zapata lauter, frecher, wilder und offener, während die Kinder von La Tortuga verschlossener, ruhiger und verspielter und die Kinder in Ricardo Palma selbstständiger und reifer wirken.

 

Es ist etwas ganz besonderes zu sehen, wie sich ein Kind entwickelt, sich die Werte und Normen aus den Ludotecas merkt und sich daran hält, wie es lernt, wie es aber genau so auch Rutinen und Wiederholungen braucht und, wie verändert es in die Ludoteca kommt, wenn es zu Hause Probleme gab.

Erschreckend ist aber, dass wir monitores (Betreuer) von den Ludotecas zu häufig nicht wissen, was den Kindern zu Hause geschieht und oft leider auch gar nicht merken, ob ihnen etwas passiert ist.

 

 

Heilig Abend in Piura

 

Heute Abend ist Heilig Abend, was ich bei den aktuellen Temperaturen Piuras (32 Grad) kaum fassen kann. In unserer WG hören wir schon ab und an Weihnachts-CDs, haben uns einen Weihnachtsbaum (hier sind die Tannenbäume aus Plastik und furchtbar kitschig mit Glitzer und bunten Lichterketten geschmückt, aus denen schrille Weihnachtsklassiker wie ,,Jingle Bells“ oder ,,Merry Christmas“ ertönen) aufgestellt und diesen mit selbstgebastelten Sternen aus angemalten Klopapierrollen geschmückt, Plätzchen gebacken – und trotzdem kommt in mir keine Weihnachtsstimmung auf.

 

Heute Vormittag werde ich Floras Familie und dann eine Familie besuchen, deren Kinder in die Ludoteca von Ricardo Palma kommen.

Flora ist eine knapp 90 jährige Dame, die schon seit einigen Jahren von CANAT unterstützt wird. Sie lebt, wie die andere Familie, die wir besuchen werden, in einem der Armenviertel außerhalb Piuras, die ohne Wasser- und Stromversorgung auskommen müssen.

Mit den Familien, Gabi und vier anderen Freiwilligen werden wir schon ein bisschen Christi Geburt feiern und mitgebrachte Speisen teilen.

Nachmittags wird von Jesuitenpater Juan eine Weihnachtsmesse zelebriert, die wir ebenfalls gemeinsam besuchen werden. Abends sind wir dann bei Gabi zum Essen eingeladen.

 

Auf den heutigen Tag freue ich mich schon und bin sehr gespannt, wie Weihnachten mal weit weg von Zuhause bei Hochsommertemperaturen wird.

 

Gestern war im Projekt Manitos Jugando unser letzter Tag vor den Sommer-/ Weihnachtsferien hier, erst ab Februar 2017 geht es wieder los für uns und die Kinder.

Wie wir das Jahr mit den Kindern im Programm beendet haben, berichtet Christian auf seiner Seite unseres Blogs: https://neues-aus-peru-blog.jimdo.com/christian/.

 

Nun wünsche ich Euch allen schöne Festtage mit Euren Familien und einen guten Start ins neue Jahr!

 

Viel Glück und viel Segen wünscht Euch

 

Eure Nouri

 

 

23.11.2016: 3. Monat

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Wie im letzten Blogeintrag vom 28. September bereits angekündigt berichte ich heute ein bisschen davon was CANAT, die Institution in der ich hier tätig bin überhaupt ist, wie meine Arbeit hier aussieht und mit wem ich hier ein Jahr zusammenlebe.

Weil es wirklich gar nicht so einfach ist CANAT verständlich und strukturiert zu erklären und ich finde, dass meine Mitbewohnerin Franziska dies aber sehr gut zusammengefasst hat, füge ich anschließend ihre Erklärungsweise von CANAT (natürlich mit Franzis Erlaubnis) bei.

 

,,Ankommen“

Seit meiner Ankunft in Piura sind nun bereits mehr als zwei Monate vergangen, als ,,angekommen“ fühle ich mich vielleicht erst seit zwei Wochen.

Besonders die ersten Wochen meiner Zeit hier waren sehr aufregend, weil mir alles noch fremd war und ich wirklich jeden Tag wieder Neues ausprobieren und entdecken durfte. In diesen ergeignisreichen und spannenden ersten Tagen ging es mir sehr gut, auch wenn ich die ganzen Eindrücke nach dem ersten Monat als sehr viel und etwas auslaugend empfand.

Nun meine ich so langsam angekommen zu sein; ich habe einen Alltag und kenne schon etwas mehr als nur die wichtigsten ,,Hotspots“ meiner neuen Heimatstadt.

 

Alltag

Mein Alltag wird durch meine Arbeitszeiten bestimmt, die für mich montags bis freitags vormittags in der Küche des Programms ,,Manitos Trabajando“ und nachmittags in den ,,Ludotecas“ gelten.

Vormittags als Küchenhilfe darf ich Gemüse schnippeln und die Küche und den ,,Comedor“, sprich den Essensbereich der Kinder sauber halten. Diese Arbeit mag ich sehr gern, weil sie einfach ist und man neben den lustigen Unterhaltungen mit den Köchen Peto und Jean-Pierre noch Vieles lernt; nicht nur über die peruanische Kulinarik.

In den Ludotecas nachmittags verbringen wir zuerst eine Stunde damit, gemeinsam mit dem Team von ,,Manitos Jugando“ den Nachmittag für die Kinder vorzubereiten, indem wir planen, was wir mit den Kindern spielen, besprechen und basteln werden, um ihnen bestimmte Werte zu vermitteln (Respeto, Tolerancia, Honestidad, Solidaridad) und um ihnen eine unterhaltsame Freizeitgestaltung zu bieten. Die Kinder sind viel allein Zuhause und haben teilweise kaum Freizeit.

Ein Laden gleich neben der Ludoteca von Mónica Zapata gehört einer Familie, dessen zwei Söhne David (4) und Miguel (10) auch zur Ludoteca kommen. Bei den beiden habe ich schon ein paar mal vor oder nach der Ludotecazeit Wasser gekauft, weil die beiden eben den Laden schmeißen, wenn die Eltern gerade nicht Zuhause sind. So wie die zwei haben viele Ludotecakinder bereits weit mehr Verantwortung zu tragen, als gleichaltrige wohlhabendere und deutsche Kinder.

 

Auch in diesem Arbeitsbereich habe ich sehr viel Spaß und von den Kindern schon Vieles gelernt, besonders was das ,,castellano“ betrifft.

 

Wo ich mit wem lebe

Christian (19) aus Düsseldorf, Franziska (19) aus Paderborn und Ronja (18) aus Ludwigsburg sind nicht nur meine Mitfreiwilligen, sondern auch meine Mitbewohner. Als 4er-WG leben wir in der Stadt Castilla, von der aus man nach nur 10-15 Minuten mit dem Moto ins Zentrum gelangt.

In Castilla leben wir in einem sehr lebendigen Barrio namens ,,Talarita", was vor allem für den Flughafen bekannt ist; man braucht zu Fuß nämlich nur 5 Minuten dorthin.

Die Barriobewohner bezeichnen ihr Barrio als ,,tranquilo" (=ruhig, dieses Wort wird hier so häufig benutzt, z.B. auch als Antwort auf die Frage „Wie geht’s?“), obwohl an jedem Wochentag zu jeder Uhrzeit aus irgendwelchen Wohnhäusern superlaute Musik zu hören ist, wenn nicht gerade ein Flugzeug startet. Inzwischen haben wir uns aber schon an den konstanten Lärm gewöhnt.

 

Franzis CANAT-Beschreibung:

 

,,CANAT
Centro de Apoyo a Niños/as y Adolescentes Trabajadores
Zentrum für arbeitende Kinder und Jugendliche

In der Region Piura konnten in den letzten Jahren viele Kinder keine unbeschwerte Kindheit erleben, sondern waren und sind auch heute noch gezwungen zu arbeiten. Um diesem Problem entgegen zu wirken, entstand 1996 die Idee zu CANAT. Zwei Jahre später wurde das Projekt dann offiziell. Zu dieser Anfangszeit bestand CANAT lediglich aus Manitos Trabajando. Hier wurde Raum geschaffen für Kinder von 7-17 Jahren, die hauptsächlich auf dem Markt arbeiten. Dort müssen sie die Einkäufer der Marktbesucher in Plastiktüten verpacken, tragen oder die Waren zu den Ständen liefern. Arbeitszeiten von 12 Stunden bis tief in die Nacht sind keine Seltenheit. Darum besitzt die Mehrheit nur eine unzureichende Schulausbildung, da die Schule häufig schon früh abgebrochen wird.
Manitos Trabajando  ist deshalb nicht bloß eine Schule. Für die Kinder stehen Waschräume zur Verfügung, in denen sie sich in der Mittagspause nach dem Sportprogramm waschen können. Sie erhalten außerdem ein ausgewogenes Mittagessen, damit sie nicht gezwungen sind, die Schule zu verlassen, um Essensgeld zu verdienen. Und auch im Unterricht wird viel Wert auf Kreativität gelegt, die musisch, künstlerisch, artistisch oder sportlich ausgelebt wird. Die Schüler_innen lernen hier Normen, Werte und Regeln im spielerischen Umgang miteinander. Das CANAT-Team möchte sie zu verantwortungsvollen Bürgern erziehen, die sich engagieren und für ihre Rechte einstehen.
Für viele Jugendliche aber, ist es zu spät die Schule abzuschließen. Darum entstand vor 16 Jahren das Projekt Manitos Creciendo. Junge Menschen, die keinen Schulabschluss haben, erhalten hier für ein Jahr eine kostenlose Ausbildung in handwerklichen Berufen. Die 14-18 Jährigen erlernen die Fähigkeiten von Köch_innen, Kosmetiker_innen oder Schneider_innen. Der Unterricht findet ausschließlich Nachmittags statt, da viele Jugendliche morgens und an den Wochenenden arbeiten müssen. Die heutigen Ausbilder_innen sind ehemalige Manitos Schüler_innen und geben so ihre Fähigkeiten weiter.
Das alleine hat ihnen jedoch nicht gereicht. Sie wollten mehr für ihre Stadt und die Menschen tun und haben vor 10 Jahren das dritte CANAT-Projekt, namens Manitos Jugando, ins Leben gerufen. Es ist das jüngste Projekt und auch erst seit 4 Jahren offiziell. Um ihm mehr Stabilität zu geben, werde ich mit meinen drei deutschen Mitfreiwilligen hauptsächlich hier arbeiten. Das Manitos Jugando Team trifft sich immer montags und arbeitet den Wochenplan für die kommenden Tage aus. An den vier folgenden Tagen wird das Vorhaben abwechselnd in den zwei Ludotecas Monica Zapata und Ricardo Palma durchgeführt. Die Kinder, die hierherkommen leiden unter häuslicher Gewalt, Ausgrenzung, Missbrauch, Einsamkeit und der Pflicht schon früh Verantwortung für jüngere Geschwister oder der Haushaltsführung übernehmen zu müssen. In den Ludotecas haben sie darum Zeit einfach Kinder zu sein. Trotzdem sollen sie Regeln kennen und respektieren lernen. Deshalb werden abwechselnd die Themen Selbstachtung, Recycling, Umweltschutz und Teamgeist behandelt. Besonders für letzteres werden häufig Spiele gespielt, die in der Zeit von Internet und Handy in Vergessenheit zu geraten drohen.
Zu den Ludotecas dürfen Kinder von 0 bis 10 Jahren kommen. Die zwei Stunden, die wir immer in der Ludoteca verbringen, beginnen stets mit einem Begrüßungskreis in dem das Willkommenslied gesungen wird. Nach zwei weiteren Liedern dürfen sich die Kinder ein Lied ihrer Wahl wünschen. Danach teilen sie sich in drei Gruppen auf. Zunächst in die 7-10 Jährigen, in die 4-6 Jährigen und schließlich in die Bebés, die 0-3 Jährigen. In dieser Gruppe ist das Besondere, dass die Mamás ihre Kinder begleiten sollen. Es ist wichtig, dass sie lernen, ihren Kindern Aufmerksamkeit zu schenken, mit ihnen zu spielen und sie nicht bloß in einer Betreuungsstätte absetzen. Für jede Gruppe gibt es eine Hauptverantwortliche, wir Freiwilligen helfen ihr, die Projekte mit den Kindern durchzuführen. Denn diese sind leicht abzulenken, sie haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und manchen fehlt es an der Motivation an den Aktivitäten teilzunehmen. Aber sie sie kommen um zu lernen und sind sehr liebenswert. Nach 80 Minuten dürfen die Kinder spielen was und wo sie wollen und eine viertel Stunde vor Schluss kommen alle noch einmal zu einem Abschlusskreis, in dem gesungen wird, zusammen.
Das Jugando-Team kommt jeweils eine Stunde vor und eine Stunde nach den Ludotecas zur Vor- bzw. Nachbereitung zusammen. Nicht alle Aktionen klappen wie geplant, wir muss auch mal eine Planänderung in Kauf nehmen oder improvisieren.

Trotzdem macht mir die Arbeit unglaublich viel Spaß, ich lerne viel, lache und genieße meine Zeit in Peru.


Ergänzung:
Wie "findet" ihr überhaupt die Kinder? Wie sucht ihr aus, wer kommen darf? Geht ihr bzw. die Organisation durch die Armenviertel?

Die Kinder und Jugendlichen, die an dem CANAT-Programm teilnehmen, werden hauptsächlich auf dem Mercardo „gefunden“. Denn hier müssen viele von ihnen ihre Eltern unterstützen oder für sich selbst arbeiten gehen. Von Mitte Dezember bis Mitte Februar sind in Peru Sommerferien. Dann macht auch CANAT eine Pause. Gegen Ende der Ferien werden wir dann allerdings street-worken. Unsere Chefin hat uns erklärt, dass wir dann über den Mercardo gehen werden und gezielt junge, arbeitende Leute ansprechen. Auch hier werden die Familien unbedingt mit einbezogen. Ihnen werden die Ziele und Inhalte des Programms erklärt. Danach ist niemand gezwungen sich anzumelden. Wer allerdings teilnehmen möchte, muss sich dann auch an die Regeln halten und zum Beispiel pünktlich und regelmäßig erscheinen. In den Ludotecas können die peruanischen Mitarbeiter relativ schnell am Verhalten der Kinder ablesen, ob bei ihnen alles in Ordnung ist, oder sie Hilfe brauchen. Hier sind auch Hausbesuche üblich, bei denen mit der Familie gesprochen wird. Kinder, die nicht in der Ludoteca angemeldet sind, dürfen für einen Tag als Gäste an dem Programm teilnehmen, aber es wird schon auf die Anwesenheit geachtet. „Richtige“ Armenviertel, wie man sie vielleicht in Lima findet, gibt es meiner Meinung nach nicht. Aber es ist richtig, dass die Ludotecas in den ärmeren Außenbezirken Piuras erbaut wurden, denn die Kinder sollen keinen langen Weg haben."

Viele Grüße y abrazos de Piura,

Nouri

28. September 2016: Erste Eindrücke

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

seit genau einem Monat bin ich jetzt hier in Piura und mittlerweile geht es mir hier richtig gut.

Allein dieser erste Monat in Peru war so unglaublich ereignisreich. In diesem Monat habe ich so viel Neues gesehen und erlebt. Und ich habe das Gefühl, dass hier alles anders ist als in Deutschland- die Menschen, die Landschaft, die Häuser, Gebäude, Straßen, dere Verkehr, das Wetter, das Einkaufen, Partys, das Essen, die Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft, und und und...

Gleich am ersten Tag habe ich etwas gesehen, das ich furchtbar traurig finde; Kinder, die arbeiten anstatt zu spielen oder in die Schule zu gehen, um ihre Eltern bei der Familienversorgung zu unterstützen. Meine WG (Christian, Franzi, Ronja) und ich waren am ersten Tag in Catacaos, einem Nachbarort von Piura, in dem es Inkaruinen zu sehen gibt. Auf der einen Seite war es schrecklich zu sehen wie normal es dort ist, dass Kinder als guía turístico (=Fremdenführer) arbeiten. Auf der anderen Seite staunten wir nicht schlecht, als uns zwei Kinder (8 und 10 Jahre alt) herumführten und uns erklärten, wie alt nun diese Vase sei und was es mit der "Arena" auf sich hatte (eine tiefgelegene Sandfläche von Stufen umgeben, die Kostruktion vergleichbar mit der eines Amphitheaters, in der um 1470 Kämpfe zwischen Menschen ausgetragen wurden).

Auch auf dem Markt oder auf Straßen sieht man arbeitende Kinder, die vielleicht seit ihrem fünften Lebensjahr ihre Familie im Arbeitsleben unterstützen.

Eine andere Sache, die einen ganz schön fertig macht ist die unglaubliche Hitze, die sich jeden Tag gegen 11 Uhr hervortut und einen jeden Tag daran erinnert, dass man wirklich weit weg von Zuhause in einem wüstenähnlichen Gebiet ist. Der Sand staubt alles ein und es gibt nur wenig Grün.

An allen Ecken laufen Hunde und Katzen ohne Besitzer frei herum, und der ganze Müll  und andere unapettitliche Dinge sorgen für schrecklichen Gestank an vielen Straßen.

Der Verkehr ist für eine Deutsche ein einziges Chaos, es scheint so, als gäbe es nur eine Verkehrsregel: Wer zuerst hupt, fährt zuerst. Dadurch ist es immer laut in der Stadt, weil wirklich jeder hupt, aber der Verkehrsfluss fließt.

Womit ich mich hier noch gar nicht abfinden kann, ist das ständige "angestarrt werden". Vor allem, wenn ich mit meinen drei Mitfreiwilligen (die drei haben eher helle Haare, helle Haut und sind für die Verhältnisse hier relativ groß) an den zahlreichen Ständen in jeder Straße vorbeilaufe, muss man sich anstarren oder nicht immer schöne Sachen nachrufen lassen. Das ist irgendwo aber auch verständlich, wenn man bedenkt, dass es hier kaum Ausländer gibt. Ich denke, dass wird auch das ganze Jahr so bleiben, dass wir hier als die "gringos" (Bezeichnnung in Peru für alle Ausländer, besonders für Weiße) gesehen werden.

Trotz dieser teilweise unangenehmen Neuigkeiten geht es mir gut und ich bin sehr froh hier zu sein. Die Leute hier sind so aufgeschlossen, hilfsbereit und lieb. Viele von den Menschen, denen wir begegnet sind, fragen uns aus über unser Heimatland, auch die Kinder im Projekt sind super neugierig und wollen oft spanische Wörter oder Sätze auf deutsch wissen.

Mein nächster Blogeintrag wird etwas umfangreicher als dieser werden. Darin werde ich versuchen das Projekt CANAT und meine Tätigkeiten verständlich zu erklären, wo und mit wem ich hier lebe und was bisher in unserem Wg-Leben so geschah. Der nächste Eintrag folgt zeitnah!

Un fuerte abrazo a todos,

Nouri

 

 

Mit Mototaxen kommt man hier von A nach B, Bus fahren ist eher selten und komplizierter, weil es keine festen Buslinien gibt

Ein typisches Wohnhaus in unserem barrio (Stadtviertel)

In einem Fischerdorf am Hafen mit Pelicanen bei der Isla Foca

Ein Stand auf dem mercado (Markt)

Am Strand von Paita

Paita

Paita Sonnenuntergang

Kleine Bergtour in Morropón

Abendhimmel in Piura (hier sieht es wirklich jeden Abend so aus)

Essen im Projekt (rechts die superliebe Köchin namens Peto)

Essen bei Gabi, der Leiterin von CANAT

Franzi, wie sie an ihrem Geburtstag im Projekt mit dem Gesicht in die Torte gedrückt wird

 Das Sozialprojekt, in dem ich arbeiten werde, nennt sich CANAT (Centro de Apoyo a Niños/as y Adolescentes Trabajadores = Hilfszentrum für arbeitende Kinder und junge Erwachsene). CANAT besteht aus den zwei Programmen "Manitos Trabajandos" ("Arbeitende Händchen") und "Ludotecas" (Spielräume), die gegründet wurden für Kinder und Jugendliche, die in Armut leben, um ihnen ein Zuhause zu geben und sie an Bildung und Ausbildung heranzuführen.